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Body Politics

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Written by Administrator
Thursday, 23 June 2011 13:01

 

Tanztheater Schlebusch feiert mit BODY POLITICS eine "fette" Premiere zur Eröffnung des Freispiel - Festival 2011

Leverkusen, den 18.Juni 2011 – 15 Tänzerinnen des Tanztheater Schlebusch eröffneten mit BODY POLITICS im ausverkauften Forum Leverkusen (Studio) das FREISPIEL-FESTIVAL 2011. Das Tanzstück BODY POLITICS, ein mehrteiliges Forschungsprojekt der Choreographin Anna-Carolin Weber, setzt sich mit dem Thema Körper und den Techniken, die den Körper organisieren und formen auseinander.

 
 Foto: Kurt Steinhausen

BODY POLITICS lässt sich mit "Körper Politiken" übersetzen und meint hier die Betrachtung des sich bewegenden Körpers unter dem Aspekt der Formung, Disziplinierung, Wahrnehmung sowie der Ordnung der Körper zueinander. Durch welche Konstruktionsmechanismen und Bedingungen entstehen unsere Vorstellungen und Bilder vom Körper? Was passiert mit unseren Vorstellungen über den Körper wenn dieser in groteske Positionen zu seiner räumlichen Umgebung gebracht wird, so z.B. in der Stuhl-Sequenz, wenn der Körper sich dem Möbelstück erst anpasst und die Einschränkung (Fixierung durch Klebeband) dann ästhetisch überwindet. Die Statik des Stuhls formt den Körper, er engt ihn ein und erweitert zugleich die Wahrnehmbarkeit des umfunktionierten Körpers, der plötzlich den Stuhl zu tragen scheint bzw. der Stuhl wirkt wie ein weiteres Körperteil.


Foto: Kurt Steinhausen

Im Verlauf von BODY POLITICS setzt sich das Ensemble intensiv mit der Beziehung des tanzenden Körpers, zu dem ihn dabei umgebenden Raum auseinander. Aber auch die Beziehung der Körper zueinander spielt eine große Rolle: So vermittelten die dichtgedrängt in einem Pulk langsam wandelnden Körper einen starke Verbundenheit, deren Fragilität durch das Herausfallen einzelner Körper immer wieder deutlich wird. Körper verausgaben sich im Laufen und Stürzen, sie werden gehoben, geschubst und ihre Merkmale und Makel laut benannt.

 
Foto: Kurt Steinhausen

Foto: Kurt Steinhausen 

In der Eingangssequenz wirkt der offene Bühnenraum auf den Körper ein, die Tänzerinnen haben sich liegend, stehend, sitzend der räumlichen Struktur angepasst, sie zeichnen durch ihr Körper markante Linien und Punkte des Raums nach. Im Anschluss daran bilden die Tänzerkörper - ausgehend von einem Menschenberg - eine raumergreifende Körperskulptur, die sich durch minmale Bewegungen, körpereigende Impulse und durch einen inneren Rhythmus der Berührung den Raum wie in einem langsamen Lavastrom erobert.


Foto: Kurt Steinhausen

In dynamischen Tanzsequenzen im II.Teil verdeutlichen Körper Sehnsucht und Trauer aber auch Aggression und Wut.

 
Foto: Kurt Steinhausen

 


Foto: Kurt Steinhausen

Zum Abschluss nehmen die Tänzerinnen ein Bad in zwei mit Farbe gefüllten Wannen und malen mit ihren Körpern ein großes Kunstwerk, in dem sie ihre Spuren auf einen großen, mit Zahlen beschrieben Tuch hinterlassen und durch ihre bemalten Körper Teil dieser Farbinstallation werden.Am 22. Juli werden Teile dieses getanzten Kunstwerks im Rahmen einer Performance der Choreographin Anna-Carolin Weber im Leverkusener Kunstverein versteigert.

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Beide Fotos: Kurt Steinhausen 

 

Last Updated ( Tuesday, 12 June 2012 09:49 )